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Zeit der Spezialisten
Angepasste Sicherheitsbremsen auf Basis ausgereifter Produktplattformen boomen
Sicherheitsbremsen der ersten Generationen waren universell quer über viele Branchen einsetzbar. Heute dominiert der Trend zu anwendungsoptimierten Lösungen mit sehr hohen Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit. Eine Aufgabenstellung, die nur mit umfassender Fachkompetenz bei der Entwicklung und Fertigung von Sicherheitsbremsen gelöst werden kann.
Ruhestrombetätigte elektromagnetische Federdruckbremsen haben eine lange Tradition. mayr Antriebstechnik hat vor mehr als 40 Jahren die ersten ROBA-stop Sicherheitsbremsen auf den Markt gebracht. Ständig kommen neue Bauformen und Ausführungen dazu. Steigende Forderungen aus den unterschiedlichsten Anwenderbranchen treiben die Entwicklung voran. Heute fahren die Antriebsmotoren Maschinen oder Anlagen überwiegend geregelt in die gewünschte Position, die Bremsen haben meistens nur noch Haltefunktion. In den Anfangszeiten der ROBA-stop war das anders. Damals dominierte in sehr vielen Branchen der ungeregelte Drehstrom-Asynchronmotor als Antriebsmaschine. Die Bremsen mussten die Motoren so verzögern, dass die Anlage in der gewünschten Position zum Stillstand kam.

- ROBA-stop Sicherheitsbremsen der ersten Generationen waren mit zentraler Verschleißnachstellung und einzeln einstellbaren Federn ausgestattet, um das Bremsverhalten beziehungsweise die Positioniergenauigkeit feinfühlig beeinflussen zu können.
Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe, da verschiedene Faktoren das Bremsmoment und damit auch die Verzögerungszeit beeinflussen. Bei längerem Betrieb kann sich das Verhalten der Bremse etwas verändern. Die Beläge verschleißen, der Arbeitsluftspalt wird größer. In Folge davon sinkt die Federkraft, die das Bremsmoment erzeugt. Auch Schwankungen der Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen unter Umständen das Verhalten der Reibbeläge. All das kann dazu führen, dass die Positioniergenauigkeit abnimmt.
Um diesem Effekt gegenzusteuern, wurden schon die ersten ROBA-stop Bremsen mit einigen Finessen ausgestattet. Eine zentrale Nachstelleinrichtung kompensiert den Reibbelagverschleiß und stellt den Arbeitsnennluftspalt wieder her. Die Bremskraft wird von mehreren Schraubendruckfedern erzeugt, die einzeln feinfühlig vorgespannt werden können. Arbeitsbremsen werden heute kaum noch zum Positionieren verwendet, das übernehmen geregelte Antriebe mit Haltebremsen.
Arbeits- und Haltebremsen der ersten ROBA-stop Generationen waren universell quer über sehr viele Branchen einsetzbar. Die Weiterentwicklung war getrieben von allgemeinen Forderungen, wie beispielsweise dem Wunsch, auf der Bremsenrückseite einen Tachogenerator anzubauen. Andere Ausführungen wurden darauf optimiert, extreme thermische Belastungen auszuhalten, verursacht durch hohe Reibarbeiten in Not-Aus-Situationen.
In der Regel waren die Bremsen, wie die Motoren auch, in Schutzart IP 54 ausgeführt. Als für den Einsatz in Hafenkrananlagen Bremsen mit höherer Schutzart gefordert wurden, hat man zuerst versucht, eine Standardbremse mit übergestülptem Gehäuse abzudichten und auf IP 67 aufzurüsten. Der am Gehäuse angeschraubte Anschlusskasten für die elektrische Versorgung war anfällig gegen mechanische Beschädigung, die Montage kompliziert und aufwändig, die Abdichtung schwierig. Aufgrund dieser Erfahrungen hat mayr Antriebstechnik eine ganz neue Bremse entwickelt, die speziell auf die spezifischen Forderungen von Hafenkrananlagen zugeschnitten ist. Gehäuse und Anschlusskasten sind aus einem Guss, die Anzahl der Dichtflächen auf das Minimum reduziert. Eine typische branchenoptimierte Sicherheitsbremse war geboren.

