Aufzüge gehören zu den sichersten Transportmitteln, die es gibt. Daran haben auch Sicherheitsbremsen ihren Anteil – sie halten die Position der Kabine zuverlässig und sind integraler Bestandteil des Sicherheitskonzeptes, das im Notfall für sicheren Halt der Kabine sorgt. Neben der Sicherheit ist auch der Komfort ein wichtiger Faktor, daher spielt das Geräuschniveau ebenfalls eine große Rolle. mayr® Antriebstechnik als Marktführer hat für sein vielfältiges Portfolio an Aufzugbremsen verschiedene Geräusch-Dämpfungskonzepte im Programm. Neu auf dem Markt ist ein patentiertes, metallisches Dämpfungssystem. Es macht die Bremsen flüsterleise und sorgt darüber hinaus für eine höhere Stabilität über die Lebensdauer. Ein zuverlässiges intelligentes Bremsenmonitoring ist damit außerdem möglich – ganz ohne zusätzliche Sensoren.
Personenaufzüge gehören heute noch immer zu den sichersten Beförderungsmitteln. Die geringe Anzahl von Personenunfällen in Unfall- und Fehlerstatistiken belegt, dass hier technisch hochwertige Produkte eingesetzt werden, die im Vorfeld entsprechend zuverlässig getestet wurden. Das gilt insbesondere auch für die in Aufzügen eingesetzten Sicherheitsbremsen.
Neben der Sicherheit spielt bei Aufzugsbremsen auch das Geräuschniveau eine wichtige Rolle, um das Vertrauen der Passagiere in den Aufzug zu erhalten und den Transport komfortabel zu gestalten. Daher entwickelt mayr® Antriebstechnik auch das Dämpfungssystem seiner Bremsen permanent weiter. Denn wichtig ist, dass Aufzugbremsen in jedem Betriebszustand zuverlässig Sicherheit bieten und dabei Schaltgeräusche für den Passagier nicht wahrnehmbar sind – und dies nicht nur im Neuzustand, sondern über die Lebensdauer der Bremsen. Langzeitversuche bestätigen, dass mayr®-Bremsen nach bis zu 5 Millionen Schaltungen noch auf einem Geräuschniveau unter 65 dB(A) arbeiten und dabei die geforderte Konstanz des Sicherheitssystems nicht beeinflusst wird. Möglich wird dies unter anderem durch ein neues, patentiertes Dämpfungssystem, das auf der besonderen Geometrie der Ankerscheibe beruht. Dies ist eine neue Auswahlvariante anstelle der bisherigen patentierten einstellbaren Elastomer-Dämpfung und bringt weitere Vorteile.
Metallgedämpfte Sicherheitsbremsen: Höhere Temperaturstabilität – bessere Lebensdauer und mehr Sicherheit
Dämpfungssysteme mit Elastomer-Materialien sind aufgrund von Temperatur- und Wärmeeinflüssen Alterungseffekten ausgesetzt. Das kann über die Zeit das Geräuschniveau der Bremse negativ beeinflussen. Wenn bestimmte Auslegungskriterien nicht angemessen berücksichtigt werden, leidet möglicherweise sogar die Sicherheit. Gerade vor dem Hintergrund der neuen EN ISO 8100-1/2:2025 werden tägliche Bremskraftmessungen diskutiert, die zu mehr Sicherheit beitragen sollen. Elastomer-Systeme können in diesem Zusammenhang bei Alterung zu erhöhten Ausfallzeiten führen. Gerade deswegen sind auch rein elastische Dämpfungssysteme wie beispielsweise O-Ring Dämpfer ohne Nachstellmöglichkeit nur unter Berücksichtigung erhöhter Auslegungsparameter zu verbauen. Dies kann wiederum zu erhöhtem Materialeinsatz oder auch erhöhten Servicekosten über eine Lebenszeitbetrachtung führen. Auch die EN 81-20/50:2020, die ebenfalls durch die neue EN ISO 8100-1/2 ersetzt wird, ist hier zu berücksichtigen, da eine tägliche Bremskraftüberwachung qualitative Niveaus sichern und Defizite der Bremskraft aufzeigen kann. mayr® hat hier mit dem metallischen Dämpfungssystem neue Möglichkeiten eröffnet: Das System ist besonders langlebig und temperaturunempfindlich, da metallisch/mechanisch. Denn während bei Elastomeren/Kunststoffen Veränderungen durch Temperatur auftreten, ist der Elastizitätsmodul des metallischen Dämpfungssystem immer gleich, zwischen 0° und 80°C. Außerdem erreichen die Bremsen mit dem neuen Dämpfungssystem eine höhere Leistungsdichte und geringeren Energie- und Materialeinsatz. Eine mechanische Einstellung ist nicht erforderlich.
Intelligentes Bremsenmonitoring ohne zusätzliche Sensoren: Kosten senken mit sprechenden Bremsen
Durch das neue, innovative metallische Dämpfungssystem wird nun auch ein zuverlässiges intelligentes Bremsenmonitoring ohne zusätzliche Sensoren möglich. „Gerade in elastisch gedämpften Systemen ist eine konstante Überwachung nur bedingt möglich. Temperatur- und Versprödungseffekte der Elastomere führen zu veränderlichen Strom- und Spannungskurven und fördern Fehlerkennungen und Ausfälle von Überwachungssystemen“, erklärt Mathias Kramkowski, Abteilungsleiter Elektronik Entwicklung bei mayr® Antriebstechnik. „Durch die metallische Dämpfung vermeiden wir diese Effekte und machen eine zuverlässige Funktionsüberwachung möglich.“
Dieses Monitoring erfolgt in Kombination mit den metallischen Dämpfern mit dem nachrüstbaren Modul ROBA® brake-checker®. Das Modul erkennt durch eine erweiterte Analyse von Strom und Spannung die Bewegung der Ankerscheibe und weiß, in welchem Zustand sich die Bremse befindet. „Der ROBA® brake-checker® leistet eine ganzheitliche Funktionsüberwachung. Er sendet Daten zu Schaltzeit, Strom, Spannung, Widerstand sowie Leistung und gibt so detaillierte Auskunft über den Zustand der Bremse‘“, so Kramkowski weiter. „Diese Informationen bieten Anwendern klaren Mehrwert: Sie erleichtern eine planbare Wartung und liefern Ansätze dafür, kritische Randbedingungen wie zu niedrige Versorgungsspannung, zu lange oder zu knapp dimensionierte Zuleitungen sowie erhöhte Spulentemperatur zu erkennen. Sicherheit und Zuverlässigkeit der Bremse steigen, gleichzeitig lässt sich die Wartungsplanung optimieren.“
Sensorlose Überwachung – in die Steuerung integriert
Dem Bedarf an möglichst kompakten Steuerungen in der Aufzugsbranche trägt mayr® ebenfalls Rechnung: Im nächsten Schritt ist die komplette ROBA® brake-checker® Funktionalität auf einem kompakten Chip verfügbar statt wie bisher nur als separates Modul, das in einem eigenen Gehäuse im Schaltschrank verbaut ist. Der Controller wird direkt in die Steuerung integriert und liefert bei jedem Schaltzyklus die gewünschten Informationen zur Bremse. Der Anwender bleibt jederzeit Herr seiner Daten und kann Verläufe selbst auswerten. Auffälligkeiten im Prozess lassen sich schnell erkennen und somit Schlüsse aus komplexen Zusammenhängen ziehen. Auch die Integration in Fernwartungssysteme ist möglich. Wartung wird damit planbar – der Aufzugsbetreiber bzw. -hersteller kann die Wartung gezielt und abgestimmt vornehmen. Hier entstehen Einsparpotenziale, nicht durch eine günstige Komponente, sondern durch die Einsparung von zeit- und kostenintensiven Services. In manchen Ländern muss die regelmäßige Wartung durch Service-Mitarbeiter durchgeführt werden und Ergebnisse werden manuell dokumentiert. Wenn solche Besuche und Servicearbeiten entfallen, können Kunden viel Geld sparen. Dafür müssen allerdings Beschaffungskosten und Servicekosten zusammengeführt werden. Bremsen mit der neuen Dämpfungsgeneration ermöglichen nun das Nachrüsten mit dem Modul.
mayr® Antriebstechnik bietet bereits seit Jahren mit dem Modul ROBA® brake-checker® eine intelligente Lösung für die sensorlose Überwachung elektromagnetischer Bremsen an. Generell kann mayr® auf jahrzehntelange Erfahrung im Bereich des Bremsenmonitorings zurückgreifen und bei Bedarf die notwendige Technologie zur Integration in die Steuerung beitragen.
Quelle: Lift Journal 2026/01, Seite 1, 6-7