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Mauerstetten, 16.02.2017

Sicherheit on stage

Zuverlässige Bühnenbremsen mit berührungsloser Lüftüberwachung

Zuverlässige Bühnenbremsen mit berührungsloser Lüftüberwachung

Mit einem neuen Steuerungssystem der ARTTHEA Bühnentechnik GmbH wappnet sich das Schauspielhaus Leipzig für die gestiegenen Sicherheitsanforderungen. Im Zuge der Modernisierung der bühnentechnischen Anlage wurde auch ein neues Bremssystem mit berührungsloser Lüftüberwachung von mayr® Antriebstechnik eingebracht. Dies sorgt für größtmögliche Funktions- und Betriebssicherheit. Denn Bühnenantriebe müssen während einer Vorstellung zuverlässig arbeiten.

Schon der junge Goethe war während seiner Studienzeit in Leipzig ein häufiger Theaterbesucher. Schillers „Jungfrau von Orléans“ wurde 1801 in dieser Stadt uraufgeführt – Theater in Leipzig kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Eine bedeutende Einrichtung heute ist die Große Bühne des Schauspiels Leipzig. Sie gehört mit ihren 672 Sitzplätzen zu den zehn größten Schauspielhäusern in Deutschland. Das Rangtheater an der Bosestraße hat ein Bühnenportal von zehn Metern Breite und sieben Metern Höhe und mit seinen 22 Metern einen beeindruckend hohen Bühnenturm. Im Sommer 2016 wurde die bestehende bühnentechnische Anlage modernisiert, nachgerüstet und an die gestiegenen Sicherheitsanforderungen angepasst. „Wir haben eine neue Steuerung installiert, die alle Anforderungen nach EN 61508 und Sicherheitsintegritätslevel (SIL) 3 erfüllt“, erklärt Günter Gruber, Technischer Direktor beim Schauspiel Leipzig. „Dafür haben wir unter anderem Lastmessbolzen zur Überlastabschaltung und ein neues Bremssystem mit berührungsloser Lüftüberwachung eingebracht.“ Bei der Steuerung setzt das Schauspielhaus auf das flexible, kundenorientierte ARTEA® Steuerungssystem der ARTTHEA Bühnentechnik GmbH aus dem sächsischen Radebeul. Für zuverlässige Sicherheit sorgen Bühnenbremsen von mayr® Antriebstechnik mit berührungsloser Lüftüberwachung. Sie schützen die Personen auf der Bühne, die Anlage und das Material hinter den Kulissen vor unkontrollierten Maschinenbewegungen.

Individuelle, kundenorientierte Steuerungslösungen

„Mit der neuen Steuerung sind jetzt auch kombinierte Fahrten mit der Obermaschinerie und der Drehscheibe auf der Bühne, unserer einzigen Untermaschinerie, möglich“, ergänzt Günter Gruber. Das ARTEA® Steuerungssystem, sozusagen als Herz der Bühnentechnik, wurde speziell auf die Anforderungen des Schauspielhauses in Leipzig angepasst. „Unser System ist flexibel und erweiterbar. Wir arbeiten immer eng mit den Kunden zusammen und entwickeln Software-Features auch speziell nach den jeweiligen Wünschen“, erläutert Martin Gaida, Projektleiter bei der ARTTHEA Bühnentechnik GmbH. „Auch beim Schauspielhaus in Leipzig haben wir die Lösung gemeinsam erarbeitet.“ Zur Obermaschinerie gehören insgesamt 36 Antriebe, davon 31 Maschinenzüge, vier Punktzüge und das Bühnenportal. Die Züge der Obermaschinerie verfahren mit einer Geschwindigkeit von 0,01 bis 1,2 m/s und können eine Nutzlast von jeweils 500 kg aufnehmen. In den Antrieben kommen ROBA-stop®-silenzio® Zweikreisbremsen mit einem Bremsmoment von zweimal 100 Nm bzw. von zweimal 32 Nm zum Einsatz.

Zuverlässige Sicherheit für Personen und Material

 Da die Züge der Obermaschinerie, zum Beispiel während einer Vorstellung, Bühnendekorationen oder Beleuchtungseinheiten über den Schauspielern bewegen und halten oder aber gegebenenfalls auch Personen befördern, müssen besondere Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. Den ROBA-stop®-silenzio® Sicherheitsbremsen in den Antrieben kommt dabei eine verantwortungsvolle Aufgabe zu: Sie müssen im Notfall Leben retten. Bei Stromausfall oder Not-Aus bringen sie die Lasten schnellstmöglich zum Stillstand, um Personen- oder Sachschäden zu vermeiden. Die Zweikreisbremsen arbeiten als redundante Bremssysteme komplett unabhängig voneinander. Jede der beiden Bremsen ist also auch allein in der Lage, die Last sicher zu halten und so die Schauspieler auf der Bühne im Notfall zuverlässig vor abstürzenden Teilen zu schützen. Die ROBA-stop®-silenzio® Bremsen mit ihrer patentierten Geräuschdämpfung sind die leisesten Sicherheitsbremsen auf dem Markt – auch nach mehreren hunderttausend Schaltzyklen – und eignen sich daher besonders für geräuschsensible Umgebungen wie zum Beispiel Theater- oder Opernaufführungen.

Den Schaltzustand der Bremse im Blick

Ein unverzichtbares Element für normkonforme Sicherheitsbremsen (nach BGV C1, DIN 56950-1 und DIN EN 81) ist eine integrierte Funktionsüberwachung, die Rückmeldung gibt über den Schaltzustand der Bremse. Diese sogenannte Lüftüberwachung verhindert unzulässige Betriebszustände wie zum Beispiel dass der Motor gegen die geschlossenen Bremsen fährt. „Dem Schauspiel Leipzig war hier die Lösung mit der berührungslosen Lüftüberwachung von Mayr Antriebstechnik wichtig“, erklärt Martin Gaida. Das renommierte Mauerstettener Familienunternehmen bietet diese Neuerung als erster Bremsenhersteller bereits seit einigen Jahren als Alternative zur Lüftüberwachung mit Mikroschaltern. Das berührungslose System mit induktivem Näherungsinitiator ermöglicht der Steuerung, den Betriebszustand der Bremse zu erfassen und auszuwerten. Somit kann die Steuerung dem Motor erst nach dem Lüften der Bremsen die Freigabe zum Anlaufen erteilen. Die berührungslose Lüftüberwachung ist gegenüber Magnetfeldern resistent, sowie unempfindlich gegen Stöße und Erschütterungen, da keine beweglichen Elemente vorhanden sind und die Elektronik komplett vergossen ist. Sie ist zuverlässig und gewährleistet größtmögliche Funktions- und Betriebssicherheit: Denn während einer Vorstellung – zum Beispiel wenn die Dekoration im Sekundentakt, passend zur Musik, gefahren wird – muss der technische Hintergrund reibungslos und zuverlässig funktionieren.

„Die berührungslose Lüftüberwachung ist nicht nur unanfälliger gegenüber Störungen, sondern hat auch keine verschleißbehafteten Schaltkontakte wie etwa Mikroschalter“, ergänzt Martin Gaida. „Wir mussten für die Steuerung zwar einen Draht mehr ziehen, das war aber unerheblich. Das System ist insgesamt wartungsfreundlicher und langlebiger.“ Das System mit Mikroschalter benötigt als Öffner und Schließer nur zwei Leitungen. Bei Wechsler-Funktion sind drei Leitungen nötig. Die berührungslose Lüftüberwachung benötigt immer drei Leitungen, für die Spannungsversorgung, die Masse und das Signal.

Hohe, reproduzierbare Genauigkeit

Der induktive Näherungsinitiator von mayr® Antriebstechnik zeichnet sich durch eine hohe reproduzierbare Genauigkeit des Schaltpunkts, kleine Hysterese sowie geringe Temperaturdrift aus. Der Schaltbolzen für den Näherungsinitiator wird im Werk montiert und ist im Gegensatz zur Lüftüberwachung mit Mikroschalter nicht einstellbar. Somit werden Anwendungsfehler durch das Verstellen der Schaltpunktlage ausgeschlossen.

Es besteht die Möglichkeit, die berührungslose Lüftüberwachung mit Näherungsinitiator optional als Öffner- oder Schließer-Funktion auszulegen. Bei der Öffner-Funktion erscheint das High-Signal, wenn die Bremse stromlos geschaltet wird. Dabei fällt die Ankerscheibe ab, die Bremse schließt. Ein Bruch des Initiatorkabels wird bei geschlossener Bremse erkannt. Bei der Schließer-Funktion erscheint das High-Signal dagegen, wenn die Bremse bestromt wird und die Ankerscheibe den Rotor freigibt. Die Bremse ist gelüftet. Erst mit dem High-Signal erhält der Motor dann die Freigabe zum Anlaufen. Somit wird zuverlässig ausgeschlossen, dass der Motor gegen geschlossene Bremsen fährt. Die Steuerung stellt Kabelbruch in diesem Fall bei geöffneter Bremse fest.

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